Rund 130 Netzmeisterinnen und Netzmeister aus den Bereichen Gas, Wasser und Fernwärme folgten am 12. und 13. Mai der Einladung der Berufsbildung des Rohrleitungsbauverbandes (rbv) zu den Kölner Netzmeistertagen. Die Veranstaltung ist eine feste Größe im Weiterbildungskalender der Branche. (Foto: rbv/Heiko Specht)

Wie immer sehr gut besucht: 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich bei den Kölner Netzmeistertagen über aktuelle Branchenentwicklungen. (Foto: rbv/Heiko Specht)

 

 

 

 

Fachvorträge, Industrieimpulse und eine begleitende Ausstellung: Die Kölner Netzmeistertage vermitteln regelmäßig einen kompakten Überblick über aktuelle Entwicklungen und Best-Practice-Lösungen für den beruflichen Alltag von Netzmeistern. Martina Buschmann, Hauptgeschäftsführerin des rbv, hob in ihrer Begrüßung bei der diesjährigen Ausgabe hervor, wie wichtig die Qualifikation der im Leitungsbau tätigen Menschen ist. Um die anstehenden Aufgaben rund um die Energie- und Wärmewende entschlossen anpacken zu können, müssen Technik und Regelwerke sicher beherrscht und Wissen kontinuierlich aktualisiert werden.

Für Netzmeister gibt es viel zu tun

Genau darin liegt die Stärke der Kölner Netzmeistertage. „Netze werden gebraucht, gebaut, betrieben und instandgehalten. Die Frage ist nicht ob, sondern wie schnell, unter welchen Rahmenbedingungen und mit welchen technischen Anforderungen dies geschieht. Für Netzmeister gibt es viel zu tun“, betonte Buschmann.

Zum Auftakt des ersten Tags ging es um neue DIN-/DVGW-Regelwerke für Gas und Wasser. Clemens Bargsten, Referent Berufsbildung des rbv, und Lothar Schiffmann, langjähriger Vorsitzender des IHK-Prüfungsausschusses Netzmeister, gaben einen Überblick über relevante Neuerungen und deren Bedeutung für die tägliche Arbeit im Netzalltag. Dabei wurde deutlich, welche unmittelbaren Auswirkungen weiterentwickelte Regelwerke auf Bauüberwachung, Dokumentation, Ausbildung und Betriebspraxis haben.

2026 Netzmeistertagung ClemensClemens Bargsten, Referent Berufsbildung des rbv, sprach über Veränderungen in den Regelwerken. (Foto: rbv/Heiko Specht)

 

 

 

 

 

Große Aufgaben für kleine Stadtwerke

Manfred Hochbein von der Gelsenwasser AG zeigte, weshalb insbesondere kleinere Stadtwerke im Zusammenhang mit der Energiewende unter massivem Umsetzungsdruck stehen. Als Mehrspartenunternehmen müssten sie Versorgungssicherheit, Regelkonformität, Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit dauerhaft gewährleisten und zugleich Netzausbau, kommunale Wärmeplanung, neue Lastprofile durch Photovoltaik, Wärmepumpen und Elektromobilität sowie erhebliche Investitionsbedarfe bewältigen.

Andreas Steffens von der RheinNetz GmbH sprach über den notwendigen Ausbau der Fernwärmenetze als tragende Säule künftiger Wärmeversorgung. „Energiewende bedeutet Wärmewende, und Wärmewende bedeutet Ausbau, Verdichtung und sichere Beherrschung der Netze“, so seine Botschaft. Damit verändere sich auch die Rolle der Netzmeister. Sie müssten sich mit mehr Projekten, steigenden Kosten, Lieferengpässen, Fachkräftemangel und begrenzten Kapazitäten sowie anspruchsvollen technischen Rahmenbedingungen auseinandersetzen.

Direkter Dialog zwischen Anwendern und Anbietern

Der zweite Veranstaltungstag stand ganz im Zeichen der Industrie. In Vorträgen und einer begleitenden Ausstellung präsentierten sie Geräte, Materialien und Verfahren, darunter Überwachungssysteme für Fernenergienetze, Lösungen für kalte Nahwärme und Methoden zur fahrzeuggestützten Rohrnetzinspektion. Der direkte Dialog zwischen Anwendern und Anbietern ist ein fester Bestandteil der Kölner Netzmeistertage und wird von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern regelmäßig als besonderer Mehrwert benannt.

Gleiches gilt für die zahlreichen Netzwerk-Elemente, etwa das gemeinsame Abendessen. Für viele Netzmeister ist der kollegiale Kontakt zu Berufskollegen aus anderen Unternehmen und Regionen ein eigenständiger Grund für die Teilnahme.

2026 Netzmeistertagung AusstellungIntensiver Austausch: Die Fachausstellung bei den Kölner Netzmeistertagen bringt Anwender und Anbieter zusammen. (Foto: rbv/Heiko Specht)

 

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